HERZLICH WILLKOMMEN!

Mit diesem Blog möchte ich gerne alle Interessierten einladen, an unseren Törns teilzuhaben.
Für Bootfahrer soll es eine Hilfestellung zur eigenen Törnplanung sein, wobei alle Hinweise sich immer auf das Jahr beziehen, in dem wir die Tour gemacht haben, d.h. sie werden nicht laufend aktualisiert! Für weiterreichende Anfragen stehe ich gerne zu Verfügung.

Die ideale Darstellung des Blogs gelingt z.B. mit dem aktuellen Browser von Firefox. Die Fotos können durch Anklicken vergrößert werden, aber nicht ohne Erlaubnis heruntergeladen oder anderweitig verwendet werden, denn das Urheberrecht liegt bei mir, schreibt mich einfach bei Bedarf an.

Nun aber viel Spaß beim Lesen ...
Eins noch:
Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen, ist wie der Applaus im Theater, der Lohn für die "Arbeit" ;-)

Letztes Update: Juli 2018

2016 - die Veenfahrt steht an


Montag, 9. Mai 2016
Passend zum langen Pfingstwochenende startet die diesjährige Sommersaison!


Bei schönem Wetter wird unsere BetteLu schon zeitig um 10 Uhr zum Kranplatz gefahren, um sie dort in die Seile zu hängen und dann unter Ludgers aufmerksamen Blick wieder in ihr kühles Kanalwasser zu befördern.
Dieses Jahr springt der Motor sofort an und bei der ersten kleinen Testrunde
bleiben die Bilgen trocken - SUPER!


   Zurück am 
Anleger wird 
erstmal alles 
weiter hergerichtet:
Persenning, Relingwände,
Teppiche, Steuerstuhl, Flaggen, ...
viele Dinge, die wir aus dem Winterlager von zu Hause mitgebracht haben wollen nun wieder an ihren Platz.
Schon bald sieht sie wieder "normal" aus.

 


Da das Wetter weiterhin so schön ist,
unternehmen wir nochmals eine Runde auf dem Kanal
- HERRLICH -
nach 6 Monaten Pause wackelt es endlich wieder.






 

Schon zweit Tage später startet Ludger mit unserem Sohn
zur ersten Tour: es geht zum Rock Hard-Festival,
das jährlich an Pfingsten im Amphietheater Gelsenkirchen und
somit direkt am Rhein-Herne-Kanal
stattfindet
 Sie hoffen, dass sie dort in fußläufiger Nähe bis Montags liegen können. Der nächste Hafen wäre die Marina Oberhausen,
ist aber 10 km weit entfernt.
 


Nach einem Zwischenstopp mit schönem Sonnenuntergang im
Hafen Kanalstadt Datteln
geht es weiter zum
MYC Castrop-Rauxel, hier gibt es den obligatorischen Anlegeschluck auf der Badeplattform sitzend und es kommt überraschender Besuch an Bord.

Am nächsten Tag erreichen sie die Schleuse Gelsenkirchen, hier gestattet man ihnen auf Anfrage das Festmachen am Sportbootwarteanleger im Unterwasser - GENIAL! Von hier sind es nur 2 km, man liegt geschützt und es ist nicht direkt zugänglich - man muss allerdings halbwegs nüchtern bleiben, denn etwas Klettern muss man schon, um den Steg vom Land her zu erreichen.

Montags löse ich unseren Sohn ab, denn ich hatte Pfingsten Dienst und
er hat in 2 Tagen seine mündliche Abiturprüfung.
Auf dem Rückweg machen wir an unserem
favorisierten Hafen am
YC Hebewerk Henrichenburg fest, der 1.-Reihe-Liegeplatz ist auch wieder frei, so haben wir abends beim Spargelessen und anschließendem Rotwein freien Blick auf das imposante Bauwerk
- für's Foto haben wir uns anderes herum gesetzt ;-) 


 Am nächsten Tag geht es weiter nach Lüdinghausen,
auch hier haben wir schon öfters gelegen.
Leider hat der Gasthof Peters mit seinem hauseigenen Schiffsanleger
heute geschlossen, sonst hätten wir ihn endlich mal getestet. So sitzen wir
wieder gemütlich auf dem Achterdeck bei einem Gläschen und Kerzenschein.


 
Morgens machen wir uns auf den Weg zu unserem Heimathafen Fuestrup.
In Münster kommt uns die WSP in flotter Gleitfahrt entgegen, als sie sich uns nähert verlangsamt sie ihre Geschwindigkeit
- ich dachte immer, das wäre genau anders herum ;-)


In den folgenden Wochen ist leider wieder wenig Zeit für Bootsbesuche, doch schaffen wir es in der Pantry (Küche) eine LED-Lichtleiste anzubringen, denn hier schien uns das bisherige Arbeitslicht mehr auf den Kopf als auf die Arbeitsfläche.
Auch zieht die neue Beleuchtung viel weniger Strom.

 Ebenfalls installieren wir einen Themperaturfühler mit angeschlossenem Ventilator in den Motorraum, damit die
erwärmte Luft hier automatisch abgesaugt werden kann.



Ludger fährt nochmals vor unserem Urlaub zum Boot um eine 

Doppel-USB-Steckdose im Cockpit anzubringen – die elektronischen Geräte an Bord werden immer mehr und benötigen halt ihre Ladung. 

Auch den Ventilator im Motorraum versieht er mit einem Ein-/Ausschalter. 

Ebenso ersetzt er den alten Hupenknopf durch einen Neuen. 

Der Wassertank wird noch mit 600 l Frischwasser aufgefüllt und unser neues Cockitkästchen schon mal an Bord gebracht.

Ich fahre zwischenzeitlich auch nochmals zum Schiff um die Essens- und Getränkevorräte aufzufüllen.
Das Boot wäre nun startklar …

Zu Hause gehen derweil die Planungen für die Sommersaison in die Endphase:
wie der diesjährige Titel schon verrät, geht es zur 2013 eröffneten Veenfahrt in die Niederlande.
Bereits bei der Überführungsfahrt befuhren Ludger und Lukas diese Passage und waren begeistert.
Auch den großen Badesee Rhederlaag wollen wir wieder ansteuern und
dort bei HOFFENTLICH schönem Wetter ein paar Tage verbringen und vor uns hin ankern.
Ihr merkt, es wird kilometermäßig eine kürzere Tour, hat aber dadurch mehr Badetage.

Außerdem ist es keine geschlossene Runde, doch der Grund dafür wird noch nicht verraten ...
Hier eine erste Übersicht:

Tag 1: Freitag, 15. Juli 2016 - Von Fuestrup nach MYC Datteln


Wie schon im Vorjahr kommen wir nicht um 10 Uhr los, sondern erst um 11:30 Uhr (damit haben wir uns sogar gesteigert – SCHÄM). Am Hafen angekommen laden wir noch zügig das Gepäck aus, bereiten das Cockpit vor und starten um 14:34 Uhr die Maschine – es geht los, die Durststrecke hat ein Ende!
Hoffentlich ist das Wetter auf unserer Seite, im Moment ist es überwiegend bewölkt bei 18 Grad.
Sarah hat sich für die 3 Wochen mit Büchern eingedeckt, teils in englischer Sprache, mal sehen, wie sie damit klarkommt.



Bei der Schleuse Münster müssen wir 
leider über 40 Minuten bis zur Einfahrt warten. 
Ablenkung dabei bekommen wir von der Feuerwehr, 
sie war mit einem kleinen Motorboot 
auf dem Kanal unterwegs und 
wird nun wieder auf den LKW verladen.

 


 Im Stadtgebiet von Münster fällt uns 
viel Plastikmüll im Wasser auf, 
war hier heute wohl gelbe Sack-Entsorgung?

Auch die Wasserschutzpolizei ist wieder im Einsatz: 
ein Polizist wurde auf einem Berufsschiffer abgesetzt, nachdem er seine Arbeit dort erledigt hat, kommt das Polizeiboot in dermaßen schnellen Tempo von hinten angebraust, dass man meint, sie hätten einen dringenden Einsatz. Als er sich uns nähert nimmt er wohl etwas Geschwindigkeit heraus, doch die von hinten kommenden Wellen bringen uns derbe in Schieflade – mir ist das nicht geheuer und meiner Ansicht nach auch ein völlig übertriebener Fahrstil! Er legt sich längsseits an den Berufsschiffer und lässt seinen Kollegen wieder einsteigen. Auch bei der Rückfahrt kann man nicht davon reden, dass sie Sog- und Wellenschlag vermeiden. 
Das sollten wir mal so machen…

Auch im weiteren Münsteraner Gebiet 
fallt uns wieder der Müll im Wasser auf,
 selbst ganze Säcke schwimmen uns entgegen.

Abends gegen 20 Uhr erreichen wir erst unser Tagesziel, 
das Wetter hat sich gehalten, sehr schön. 
Während ich das Essen vorbereite, 
meldet Ludger uns beim Hafenmeister an. 
Nach dem Mahl spielen wir mit unserer Tochter 
2 Runden Deutschlandreise auf dem Achterdeck.



Tag 2: Samstag, 16. Juli 2016 - Von MYC Datteln bis (leider nur) Flaesheim

Wir lassen es ruhig angehen und starten nach dem Frühstück erst um 11:21 Uhr (es ist URLAUB!) den Motor. Das erste Zwischenziel erreichen wir schon nach 5 km an der Liegestelle Lüdinghausen. Hier gehen wir im nahegelegenen Einkaufscenter erst mal shoppen, im Kühlschrank ist noch etwas Platz. 
Die Tochter begleitet uns sogar, ist sie doch sonst oft bei solchen Gängen lieber an Bord geblieben. 
Doch gestern kam ja die Pokémon GO raus und nun ist sie auf der „Jagd“.
Alle Einkäufe verstaut geht es weiter Richtung Süden, der Sonne hinterher.
 
Bei dem Sperrtor an der Schlieker Brücke 
beobachten wir 2 Berufsschiffer, 
die die Funkabsprache nochmals üben sollten 
oder die Schilder nicht richtig deuten können:
Hier besteht eindeutig aufgrund der Engstelle BEGEGNUNGSVERBOT







An der Lippeüberführung sehen wir, 
dass die Langzeitbaustelle hier ihrem Ende zugeht, 
der zweite Trog ist bereits mit Wasser gefüllt 
und nur noch durch blaue Bojen vom Fahrwasser getrennt.


Bei km 21 biegen wir ab nach Westen in den Wesel-Datteln-Kanal – neues Terrain für uns. Gleich am Anfang liegt die Schleuse Datteln. Hier erwartet uns bei der Einfahrt eine „Dusche“, denn die Tore gehen hier nicht zur Seite auf, sondern werden hochgezogen und tropfen dann, so dass man jedes Mal nass wird – bei der Einfahrt ebenso wie bei der Ausfahrt.

Beim Starten der Maschine nach der Schleusung ertönt ein Dauerpiepen, das hatten wir im letzen Jahr schon mal: die Lichtmaschine bekommt keinen „Saft“. So machen wir hinter der Schleuse direkt nochmals fest und öffnen die Motorraumabdeckung, dass Problem ist nur für Ludger, dass er sich nicht am Motor abstützen darf, denn der ist höllisch heiß. Bei der Überlegung was wir dazwischenlegen können kommen dann die Topflappen zum Einsatz. Er hantiert an den entsprechenden Kabeln rum, der Neustart klappt dann, das Piepen verstummt – so wie es sein soll. Also Klappe zu, Teppich und Tisch wieder drauf und weiter geht die Fahrt. Bei der nächsten Schleusung erfahren wir, dass die drittnächste Schleuse Hünxe vorläufig defekt ist, sie ist zwar doppelt angelegt, doch ist die eine Kammer eh schon stillgelegt, nun geht gar nichts mehr. Wir entscheiden dann uns kurzfristig, in der Marina Flaesheim zu bleiben und dann zu warten, was morgens dazu gesagt wird. Die Marina liegt sehr schön in einem ehemaligen Sandbaggerloch und hat sogar einen kleinen Sandstrand zum Baden – dafür ist allerdings das Wetter nicht so geeignet. Wir halten lieber die Beine beim Anlegeschluck auf der Badeplattform sitzend ins Wasser und überlegen uns einen Plan B. Noch abends hören wir über Funk, dass die Schleuse über mehrere Tage gesperrt sein wird, also müssen wir wieder zurück und über den Rhein-Herne-Kanal fahren, das sind leider über 50 km Umweg und auch mehr Schleusungen, auch wird die Strecke dann gut überlaufen sein.
Während wir da so liegen, kommt ein uns bekanntes Schiff – ebenfalls ein Schleusenopfer – in den Hafen gelaufen: die DUDE aus unserem Heimathafen, auch sie wollten rüber in die Niederlande und wurden hier ausgebremst.
Nach dem Essen nutzen wir die Duschen (1 €, herrlich kräftiger Strahl, aber ein oder zwei Haken mehr würden nicht schaden), aufgrund des daneben liegenden Campingplatzes sind davon reichlich vorhanden, 
ebenso wie Waschbecken und WCs. Bei letzterem sollte man darauf achten, 
dass die Megapapierrolle nicht im WC-Örtchen direkt hängt, sondern im Vorraum!!!

Tag 3: Sonntag, 17. Juli 2016 - Von Flaesheim bis Oberhausen

Heute starten wir schon zeitig gegen 9:30 Uhr, denn wir möchten mindestens bis Oberhausen kommen, besser wäre Duisburg, das bedeutet 50 km mit 5 Schleusen (bzw. 65 km mit 8 Schleusen). Aufgrund der Sperrung wird der Andrang 
auf dem Rhein-Herne-Kanal groß sein.
Die Schleusungen auf dem Wesel-Datteln-Kanal funktionieren einwandfrei, mit der DUDE liegen wir allein in den großen Schleusen 
und überwinden die 7,50 m Hub jeweils ohne Probleme. 
Das Wasser schießt zwar kräftig 
durch die offenen Schütze in die Schleusenkammer, 
doch liegen wir schön weit weg am Schleusenende.

Schon auf dem Dortmund-Ems-Kanal merken wir, es wird voll. Aufgrund von Engstellen staut es sich hier immer wieder und vor der Schleuse Herne-Ost ist die Fahrt erstmal ganz unterbrochen. Die Berufsschiffer sind so vielzählig, dass sie schon auf die viertnächste Schleusung warten müssen, 2 Sportboote, die schon an der – zum Glück langen – Wartestelle liegen, erzählen uns, sie seien schon seit 3 Stunden vor Ort. Das sind ja „gute“ Aussichten für uns.
  Die Berufsschiffer haben natürlich Vorrang und es ist nicht immer genug Platz, dass wir „Kleinen“ noch mit rein huschen können. Eine Schleusung dauert ca. 30 Minuten, so dass es ca. im Stundentakt nur nach unten geht. 
Auch hier gibt es zwar 2 Schleusenkammern von je 190 m Länge, doch ist nur eine in Betrieb. 
Wir reihen uns also ein und hoffen … Die Arbeitszeit endet heute um 22 Uhr.
Einzige Vorteil des Ganzen: 
Ich habe Zeit, den Blogtext zu schreiben, fehlt nur noch das Internet zum Hochladen dazu.

Um 12:41 Uhr kamen wir hier an, gegen 17 Uhr hat der EILTANK 27 endlich Einfahrt, er war kurz vor uns hier angekommen. Zusammen mit der LABE 26 fährt er ein. Ludger und Jürgen von der DUDE rechnen mal grad die Längen der Schiffe zusammen und stellen fest, da passen wir doch mit rein! Schnell die Schleuse angefunkt und siehe da, sie sagen wir können mit rein – jetzt aber schnell die Maschinen an. Nach fast 5 Stunden Warten kommen wir endlich weiter – HURRA!
Auch die folgenden Schleusen Wanne-Eickel und Gelsenkirchen können wir mit den beiden herunter schleusen. 
Nun steuern wir die kleine Marina Oberhausen an, 
sie soll aufgrund des erhöhten Verkehrs voll sein, 
doch wir werden trotzdem unser Glück versuchen. 
Gegen 21 Uhr biegen wir hier hinter der DUDE ein, ein Platz ist natürlich nicht mehr frei, doch legt die DUDE sich an das Partyschiff HOPPETOSSE und wir uns noch daneben – im dreier Päckchen also. Die Leinen legen wir vorsichtshalber auch direkt rüber zum Steg, 
denn es ist unwahrscheinlich, dass das Partyschiff 20 Tonnen halten kann, 
besonders da die vorbeifahrende Berufsschifffahrt 
eine enorme Wasserbewegung im Hafenbecken hervorruft.
Essen gibt es aufgrund der vorgerückten Stunde im CentrO, 
Lokale gibt es hier ja genug.



Tag 4: Montag, 18. Juli 2016 - Von Oberhausen bis Wesel

Ein Dank an die Schleusenbetriebszeiten (Sonntags Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr), denn somit ist die Nacht ruhig, doch morgens sind wir zeitig wach durch die schon erwähnten Wasserbewegungen. 
Nach dem Frühstück an Deck starten wir schon um 9:24 Uhr 
die Maschinen und machen uns mit der DUDE zusammen auf den Weg Richtung Rhein. 

Bei der Schleuse Oberhausen steht ein Schild, was zur Zeit besser an der Schleuse Herne-Ost stehen würde:

Hier können wir schon nach nur kurzer Wartezeit mit einfahren, 
nun trennt uns nur noch 1 Schleuse vom Rhein. 
 
Es gibt 2 Möglichkeiten auf ihn zu kommen: 
entweder über den Ruhrkanal oder durch den Duisburger Hafenkanal, beide haben noch eine Schleuse eingebaut. 
Geplant war der Hafenkanal, doch schickt die dortige Schleuse Meiderich uns bei der Funkanmeldung rüber zur Ruhrschleuse. 
Auch nicht so tragisch, sie ist über 311 m lang 
und geht bei dem heutigen Wasserstand ca. 5 m runter.

 



Nach ihr biegen wir schon 10 Minuten  später
bei km 780 auf den Rhein ein, 
er sieht friedlich aus, hoffentlich bleibt es so.






Bei km 788 dreht die DUDE plötzlich um, wir vermuten, sie möchten testen wie es ist den Rhein gegen den Strom zu fahren. Aber nein, sie haben den Bootshaken verloren und möchten ihn sich gerne wiederholen – was ihnen sogar gelingt! 
Der Vorteil dieses Rettungsmanövers ist, dass wir gegenseitig von uns schöne Bilder schießen können.
(das BetteLu-Bild wird später folgen)

Teils ist der Rhein ziemlich leer, dann wieder kommen uns die dicken Berufsschiffer in Dreierreihen entgegen, bei einer Flussbreite von 400 m ist das aber kein Problem, es ist reichlich Platz.

Als Entgegen-
kommende machen sie teils schöne Wellen, die unser Schiff dann "tanzen" lassen und auch eine hoch spritzende Gischt erzielen, die schon mal den Bug gut nass macht.





Unschöner ist es, wenn die Schiffe uns überholen 
und die Wellen uns dann schräg von hinten 
oder auch von der Seite treffen, 
denn diese bringen unser Schiff seitlich zum Rollen
 – das ist gar nicht mein Ding! 
So auch bei den beiden Gleitern, 
die uns in voller Fahrt überholen.




Die Einmündung des Wesel-Datteln-Kanals 
sehen wir bei Rhein-km 813 liegen, 
hier wollten wir eigentlich schon 
vor 2 Tagen herausgekommen sein, 
doch es sollte ja bekanntlich anders kommen.





Bei der Weseler Brücke wird ein alter Brückenpfeiler demontiert, zum Schutz vor der Strömung und dem Schiffsverkehr hat man hier eine feste Schutzwand errichtet. 
Und wir sehen an ihr auch, das durchaus schon mal größere Treibgutstücke auf dem Rhein unterwegs sind
 – die Schutzwand hat also durchaus ihren Sinn.


Hier haben wir auch freien Blick auf 
die historische Eisenbahnbrücke aus dem Jahre 1874. 
Sie wurde im März 1945 durch deutsche Pioniere gesprengt und
war damals die letzte Rheinbrücke unter deutscher Kontrolle.



 
Kurze Zeit später trennen sich unsere Wege: 
die DUDE fährt weiter bis zum Hafen De Bijland, 
wir biegen bei km 816 in die Bucht des RTG Wesels und 
des Yachthafens Wesel ein, letzterer ist heute unser Ziel. 
Die Einfahrt zur Hafenbucht nehmen wir im großen Bogen, 
es ist schon etwas heikel, 
quer zur Strömung zu fahren und die Bucht anzusteuern. 
Zunächst legen wir am Meldesteiger an und wollen den Hafenmeister aufsuchen, doch der ist nicht da, so schauen wir uns selbst einen schönen Liegeplatz für die Nacht aus. Auch später am Abend ist er nicht anzutreffen. Den Code für die Stegtür und die Sanitäranlagen verrät uns ein anderer Eigner, so fehlt es uns an nichts.
Für Morgens wollen wir noch Brötchen und sonstige Kleinigkeiten im Supermarkt besorgen, 
dieser ist 2 km weit weg, wir machen uns zu Fuß auf den Weg. 
Leider ist dieser überwiegend in der prallen Sonne zu absolvieren – SCHWITZ, 
da wird selbst der halbleere Einkaufstrolley zu einer schweren Last.
Den Abend verbringen wir bei angenehmen Temperaturen auf dem Achterdeck – wo auch sonst – 
doch leider kommen zu späterer Stunde unliebsame Gäste dazu: 
MÜCKEN. 
Auch die Citronellakerzen und das AntiBrummSpray helfen da nicht weiter – 
schließlich flüchten wir ins Bootsinnere – SCHADE!
 
Tag 5: Dienstag, 19. Juli 2016 - Von Wesel bis De Bijland

Den Hafenmeister erreichen wir am Morgen per Telefon und klären die Bezahlung, 
wie üblich kommt das Geld in einen Briefumschlag und wird in den Stegbriefkasten gesteckt. 
Nach dem Frühstück geht es wieder auf den Rhein hinaus, 
auch heute ist er angenehm zu befahren. 
 Ein entgegenkommender Schubverband macht so starke Wellen, dass Sarah und Ludger am Bug derbe nass werden. Da ich am Steuer stehe und mich voll auf die Fahrt konzentriere, kann ich leider keine Fotos davon machen. Wir sollten eine fest eingebaute Kamera installieren, dass wären bestimmt tolle Bilder geworden. Oder ständig ein zweites Schiff als Kameraüberwachung dabei haben – hahaha

Wie schon am Vortag kommen uns viele Schiffe entgegen, 
unter ihnen auch immer mal wieder ein Flußkreuzfahrtschiff
 – die Branche boomt auch im Binnenbereich.

 

Bei km 842  
erblicken wir 
am westlichen Ufer 
das ehemalige 
Kernkraftwerk Kalkar, 
heute ist es ein Freizeitpark. 
Bei der Vorbeifahrt sehen 
wir mehrere Karussells und aus dem ehemaligen 
Kühlturm erscheint oben 
ein Kettenkarussell – 
das macht bestimmt Spaß. 
ABER - es fehlt hier leider ein Anleger für uns.
                                                          
  

Vorsicht ist natürlich generell geboten bei der Rheinfahrt, 
besonders aber auch bei den Fährquerungen, 
denn die haben natürlich Vorfahrt:
hier die Personenfähre „Inseltreue B“ von Grieth nach Grietherort.







Wie auch schon an der Weser und der Elbe gesehen,
 grasen hier die Kühe bis ans Wasser heran, 
so kann der Bauer sich die Zäune sparen 
und die Tiere haben immer was zu trinken.



Bei Emmerich sehen wir vermehrt Berufsschifffahrt, 
denn hier ist auch entsprechende Industrie angesiedelt 
und sie laufen in die Häfen ein bzw. aus. 
Die Stadt 
sieht sehr 
ansprechend aus, ist aber 
heute nicht 
unser Ziel. 
Die Rheinbrücke hier erinnert uns doch von ihrem Aufbau sehr an die Golden Gate Bridge aus San Francisco.
 



Kurz nach Emmerich erreichen wir, zumindest auf der nördlichen Uferseite,
die holländische Grenze, so dass wir die Gastlandflagge hiessen, 
wie schon in den vergangenen Jahren ist dieses die Aufgabe von Sarah.


Anschließend setzen wir  
beide uns wieder vorn 
in die Bugspitze und 
lassen die Füße baumeln. 
Bei den heutigen 
Temperaturen oberhalb 
30 Grad ist das eine 
angenehme Erfrischung, 
wenn die hochspritzende Gischt die Füße erreicht – 
und sauber sind sie danach auch.



Bei km 864 biegen wir ab
nach Steuerbord in den 
Badesee De Bijland. 
Bei der Einfahrt ist eine 
Brücke zu unterqueren, 
die eine interessante 
Pegelanzeige bietet: 
Wenn man die ablesen kann 
wäre es schon zu spät. 
Er zeigt heute fast 10 m an, 
also ist noch Luft nach oben, 
was man aber auch schon rein optisch zeitig erkennen konnte.


Hier in diesem
großen Badesee
suchen wir uns
ein passendes
Ankerplätzchen
und gehen
erstmal ins
kühle Nass.
Dabei wage
ich mich
mit der Kamera
ins Wasser,
 sicher auf
Sammy liegen,
und lasse mich
von Sarah einmal
ums Boot
herum ziehen, 
so kann ich
Bilder aus einer
ganz neuen
Perspektive
schießen
GENIAL



Den Anlegeschluck nehmen wir natürlich im Wasser ein,
da wir heute Nacht hier vor Anker bleiben wollen, 
können wir uns das erlauben.





Der Nachmittag steht nun ganz im Zeichen 
Abkühlen und Relaxen im Wasser
HERRLICH!















 

Abends sitzen wir wieder auf dem Achterdeck,
genießen das Schwanken des Bootes
und den tollen Ausblick auf den See.









 






Beim wunderschönen Sonnenuntergang erfolgt das
obligatorische Flagge einholen durch den Kapitän.




Auch der Mond meint es heute gut mit uns. 
Da die Mücken uns dieses Mal etwas mehr in Ruhe lassen
 ist das sehr angenehm im Gegensatz zu dem Vorabend in Wesel.
 
Das neue Ankerlicht kommt 
heute erstmalig zum Einsatz, 
es macht oben am Reflektor 
einen prima Job und 
schaltet sich sogar 
automatisch ein bzw aus.






Tag 6: Mittwoch, 20. Juli 2016 - Anker- und Badetag im De Bijland

Die Nacht haben wir gut überstanden, dank einer AnkerApp bin auch ich relativ beruhigt ins Bett gegangen.
Lediglich die Wellen schwappen hier im offenen Wasser lauter an das Boot als im Hafen, 
auch wenn sie eigentlich klein sind. 
Aber so sind kleine Dinge, sie können einem den Schlaf rauben: Welle oder Mücke – egal.
Morgens geht es noch vor dem Frühstück erst mal ins Wasser, 
danach schmeckt es doch viel besser. 
Bis Nachmittags bleiben wir hier, dann verbannen uns aufkommende dunkle Gewitterwolken in den großen Hafen von De Biljand. Wir haben gerade das Boot festgemacht und uns beim Hafenmeister angemeldet, da gehr es auch schon los: starker Regen, begleitet von Sturmböen, Donner und Blitzen, 
prasselt erbarmungslos auf uns nieder.
Nach ca. 1 Stunde ist das Spektakel vorbei, man könnte wieder heraus fahren, doch bleiben wir hier und nutzen die Duschanlagen. 
Wir haben zwar auch eine Duschmöglichkeit an Bord, 
doch ist das nur eine Behelfslösung und wurde von uns noch nie genutzt. 
Lediglich die Heckdusche, die sogar kaltes und warmes Wasser liefert,
nutzen wir nach dem Baden um uns abzubrausen.
Den Abend an Deck kämpfen wir wieder mit den kleinen Stechtierchen, sie sind gnadenlos und finden auch immer wieder den Weg ins Bootsinnere. Die Tochter leidet am meisten darunter, sie hat wohl die passende Blutgruppe für die Mücken.

Tag 7: Donnerstag, 21. Juli 2016 - Von De Bijland bis zum Rhederlaag


Morgens besorgt Ludger wie gewohnt die Brötchen, 
doch verlassen wir dann noch vor dem Frühstück den Hafen, denn wir wollen es wieder unter Anker einnehmen.
Mittags verlassen wir diesen schönen Badesee,
um auf dem Rhein weiter stromabwärts zu fahren, doch nur für 3 km,
denn dann biegen wir in den Pannerdensch Kanal ein.
Ab hier kennt das Boot die Strecke,
denn dieser Teil gehörte damals zu unserer Überführungsfahrt.
Sarah und ich sitzen nun wieder mit hängenden Füßen in der Bugspitze und genießen die Gischt, bald wird dieses Vergnügen ein  Ende haben, denn die Flüße werden schmaler und damit ruhiger.
Hier müssen wir auf 2 nicht freifahrende Fähren achten, 
sie hängen an einer Kette, die im Flußlauf befestigt ist, 
markiert durch drei Schiffchen,
so „schwingt“ sie immer von einem Ufer zum anderen.

Nach ca. 10 km verlassen wir den Kanal schon wieder
 und biegen in die Geldersche IJssel ein,
die Berufsschifffahrt wird hier noch seltener.

Aufgrund der Tempraturen oberhalb 30 Grad bekommt unser iPad im Cockpit einen „Hitzschaden“, es ist für die hohen Temperaturen nicht geeignet, also spendieren wir ihm einen Sonnenschutz. Auf die Dauer soll da mal ein richtiger Kartenplotter her, doch immer schön eins nach dem anderen.

Bei der Stadt Rheden biegen wir ab in den riesigen Badesee Rhederlaag, er ist aus mehreren Kiesgruben entstanden. An ihm liegen 5 große Yachthäfen, doch wir wollen wieder einen geeigneten Ankerplatz finden. Da es sich um ehemalige Kiesgruben handelt, liegt der Tiefgang bis kurz vor den Ufern im Bereich 15-20 m, zu viel für unsere Ankerkette. Nach einiger Zeit finden wir doch was passendes und gehen gleich ins Wasser.
 
Ludger hat die Idee, vom Wasser aus den Schiffsrumpf zu waschen, ich gebe ihm den Tipp, sich auf Sammy zu setzen, 
was zur Folge hat, dass ich es im Endeffekt mache –
irgendwas mache ich falsch…

 
Den Abend verbringen wir mit den zur Zeit üblichen Utensilien an Deck:
Citronellakerze, AntiBrumm, Rotwein und dem Anlegeschluck Pastis. So beobachten wir die untergehende Sonne, während Ludger auch wieder den „Bruzzler“ schwingt, eine elektrische Fliegenklatsche. Kurz vor dem Schlafen gehen wechseln wir wieder auf das Vordeck
HERRLICH – Ankern ist soooooo schön.
  

Tag 8: Freitag, 22. Juli 2016 - Rhederlaag

Den Vormittag verbringen wir noch an unserem Ankerplatz,
die Temperaturen liegen nur noch bei 25 Grad – sehr angenehm.
Gegen Mittag machen wir uns auf den Weg in den Yachthafen
De Veerstal, eine schöne große Hafenanlage mit relativ neuen Stegen. Wer hier mal Besuch bekommen möchte, kann diesen in einem der 4 neuen Holzfässer am Hafenrand unterbringen: 
4 Personen haben darin für 49 €/Nacht Platz, eine tolle Sache.

Abends gehen wir in das dazugehörige Restaurant und
genehmigen uns jeder einen leckeren Eisbecher.
 
Ich nutze das Hafen-WiFi, 
um einen Teil des Blogs hochzuladen, 
was sich aber als ziemlich nervend herausstellt, 
denn die Qualität ist bescheiden, obwohl wir recht zentral liegen.
Dafür haben wir ein besseres Mittel gegen die Mücken gefunden:
Ludger hatte mal von einer seiner Montagen so schwarze Spiralen aus China mitbegracht, die legt man auf einen hitzefesten Untergrund und zündet sie an, der Duft vertreibt sie dann 
– ist aber für uns erträglich.


Tag 9: Samstag, 23. Juli 2016 - nochmals Rhederlaag

Am folgenden Tag verlassen wir den Hafen wieder, um uns nochmals einen Ankerplatz zu suchen, den wir direkt hinter dem Hafen in einer Bucht finden. Sie scheint beliebt zu sein, denn viele Boote finden ihren Weg hierher, 
manche fahren mit ihrem Bug einfach auf den Sandstrand hoch und bleiben so liegen, 
andere ankern, einige sogar im Doppelpack.

Sarah und ich betätigen uns wieder etwas sportlich und schwimmen mit Sammy zur nahegelegenen Landzunge, 
verbingen dort eine Weile im Sand 
bevor wir den Rückweg antreten.

Ludger versucht sich 
heute mal selbst 
auf dem Rettungsring sitzend als Bootssäuberer –
geht doch ;-)
  


Von einem der Nachbarschiffe hat ein Junge einen dieser großen Wasserbälle dabei, in die man reinkriecht und dann übers Wasser „laufen“ kann,
er muss allerdings noch etwas üben, die meiste Zeit liegt er in dem Ball.



Heute ankern wir hier nochmals über Nacht und verbringen entgegen der ursprünglichen Planung
auch noch den Sonntag hier – es wird unser letzter Badetag für diesen Urlaub.
Man merkt, dass die Leute hier auch frei haben, denn der See ist entschieden voller als an den Vortagen.
Die Sonne meint es wieder gut mit uns – SUPER
Zum Abend hin fahren wir in den Hafen Het Eiland, um nochmals Strom zu haben und die Duschen nutzen zu können.

Tag 11: Montag, 25. Juli 2016 - Von Rhederlaag bis Zutphen

Heute verlassen wir den Rhederlaag und beenden damit die Badephase des diesjährigen Urlaubes, wir sind uns alle drei einig, dass das ein toller Start war und der Wiederholung bedarf, 
doch nun fahren wir Richtung Veenfahrt.
Einen Zwischenstopp machen wr in Doesburg im Passantenhafen, dieser ist neu (bzw erneuert) und sehr schön. 
Unser Ziel ist die Innenstadt und die dortige 
Senfmanufaktur mit angeschlossenem Museum. 
Doch leider hat es Montags geschlossen – Schade.

So legen wir nach einem kurzen Gang 
durch die schöne Altstadt wieder ab.

Schon bald kommt uns wieder mal 
ein Kreuzfahrtschiff entgegen, 
die Fahrt hat das NIRVANA als Ziel …


Auch hier brauchen die Bauern große Maschinen für ihre Arbeit und wo kaufen 
sie die? 
Natürlich in unserer Heimat bei Claas aus Harsewinkel.


Auf der Weiterfahrt kommen uns immer mal wieder Schiffe entgegen, bei den Berufsschiffern muss man beachten,  
dass sie oft mit dem gezeigten Blauen Peter fahren,  
uns also auf der Steuerbordseite (der rechten Seite) begegnen, 
um so die für sie günstigere Innenkurve nutzen zu können.
An einer Stelle ist es richtig drubbelig vor uns: 
einer wird gerade beladen, einer möchte daran vorbei, 
2 Sportboote sind dazwischen und das vor uns fahrende möchte auch noch dadurch, 
aber es passt alles, der Fluss ist breit genug.

 
In Zutphen biegen wir in den historischen Vispoorthafen ein, die Einfahrt ist aufgrund der Strömung nicht einfach. Das Problem ist auch, dass er ziemlich voll ist. Der Hafenmeister gibt uns die Anweisung zu drehen und uns als erstes Schiff in die Einfahrt zu legen. So bekommen wir zwar einen Logenplatz, allerdings auch jeden Schwell der vorbeifahrenden Schifffahrt deutlich zu spüren, 
es zerrt mächtig an den Leinen. 
 

Außerdem 
hoffen wir, 
dass jeder 
Neuankömmling – ja es kommen heute noch 6 Schiffe dazu – 
mit den Einfahrverhältnissen klarkommt, 
denn wenn nicht ... rauscht er direkt in unsere Seite …

 
Nach einer Plätzchenpause gehen wir in die Altstadt von Zutphen, 
wir möchten gerne den Kirchturm der Walburgiskirche besteigen, 
von oben soll man einen schönen Blick 
über die Stadt und den Hafen haben. 
Doch erfahren wir dort, 
dass dieser nur Donnerstags und Samstags geöffnet hat 
– ist wohl nicht unser Tag heute.

So gehen wir durch die schöne Altstadt, 
vorbei an kleinen Gässchen
und Resten der noch
erhaltenen Stadtmauer,
sowie dem alten Berkeltor
aus dem Jahre 1320.
Der Ort gefällt uns richtig gut, er ist auf jeden Fall einen Stopp wert.
  


Tag 12: Dienstag, 26. Juli 2016 - Von Zutphen bis Almelo

Bei schönem Wetter und angenehmen 21 Grad starten wir gegen 
10 Uhr und fahren auf der Gelderschen IJssel weiter Richtung Norden. Allerdings nur 3 km, dann haben wir schon den Abzweig in den Twentekanal vor uns, hier geht es ab nach Osten. Nach weiteren 3 km haben wir seit langer Zeit mal wieder eine Schleuse. Hier hängt ein großes Banner an den Dalben: Stewards up de Sluis – heißt: hier gibt es Schüler/Studenten, die sich im Sommer ihr Geld verdienen und bei Bedarf behilflich sind. Auch haben sie einen Beutel für uns mit einer DVD darin, sie beinhaltet Tipps für die Sportschifffahrt. Die gleiche DVD gab es damals auch, als wir 2011 in Belgien ein Boot gechartet hatten.

 
Heute übernehme ich nach über 3 Jahren Abstinenz mal wieder (so richtig) das Steuer. Seit wir die BetteLu haben ist überwiegend Ludger gefahren und ich war für die Fender und Leinen zuständig, die übliche Arbeitsteilung wie bei fast allen Booten. Es ist immer das gleiche Bild in den Häfen bei den einfahrenden Schiffen: 
Mann am Steuer und die Frau auf dem Bug hält Ausschau. Früher war es bei uns mal so – mal so, dann hat es sich halt eingeschlichen. Jetzt wollt ich mal schauen, ob ich es noch kann, hab ja schließlich damals die gleichen Scheine gemacht. Ich muss sagen, es hat richtig Spaß gemacht und der Tag beinhaltet heute 3 Anlegemanöver
 – alle haben gut geklappt :-)

Nach 34 km geht es ab in den Zijkanal Richtung Almelo, 
hier kommt uns kaum noch ein Boot entgegen.
Bei der Durchfahrt durch den Industriehafen von Almelo fällt uns das natürliche Erscheinungsbild auf, überall wächst hier viel Grün, ganz 
ungewöhnlich. Leider sind dadurch aber auch die Hinweisschilder für die einzelnen Hafenbecken zugewachsen, wenigstens die sollten doch freigeschnitten werden.

Unser Plan ist, in Almelo bei dem WSV De Brug anzulegen, damit wir für morgen direkt vor der nächsten Schleuse liegen. Wir machen auch erst fest, für 2 Personen die da sitzen ist das auch kein Problem, doch dann kommt jemand der uns sagt, dass die Vereinssatzung Gastlieger untersagt – BLÖD Damit könnten sie doch Geld verdienen!
Jetzt gibt es 2 Möglichkeiten für uns:
entweder durch zwei Klappbrücken in die Innenstadt oder 3 km zurück bis zum Yachthafen Almelo. 
Da die Brückenöffnung zur Innenstadt erst wieder um 17:30 Uhr ist, also in 90 Minuten, 
entscheiden wir uns für den Yachthafen. Also lege ich wieder ab, wende und es geht wieder zurück. 
Bei dem Yachthafen AWV Almelo gibt es am Außenkai einen Meldeanleger, hier bunkern wir Frischwasser und 
sprechen mit dem Hafenmeister den Liegeplatz ab,
nochmals ab- und wieder anlegen. Ein erfolgreicher Tag für mich!
Während der Anmeldung übergibt der Hafenmeister 
uns eine Willkommens-Tüte mit reichhaltigem Inhalt: 
ein Trocknungspaket (entzieht der Luft die Feuchtigkeit), viel Prospektmaterial über die nähere und weitere Umgebung (auch über das Münsterland ist etwas dabei, da wollten wir immer schon mal hin!), ein Gewürzkuchen (schon über das Mindesthaltbarkeitsdatum, aber lecker – 2 Nachmittage sind damit gerettet) und ein Holzpuzzle mit 500 Teilen ist auch dabei, leider ohne das dazugehörige Bild, 
also eine kniffelige Herausforderung. Das ist bei mir genau an der richtigen Adresse, nun hadere ich immer mit mir: puzzeln oder Blog schreiben…
Die Sanitäranlagen sind übrigens auch prima hier, duschen kostet 50 ct (räumlich sehr groß mit Behindertenbereich)
WiFi ist kostenlos, und Strom kostet 2 €.

Tag 13: Mittwoch, 27. Juli 2016 - Von Almelo bis Gramsbergen


 


Wieder bei überwiegend blauem Himmel und 24 Grad 
geht es gegen 10 Uhr los, in der Schleuse Aadorp, 
dem Eingangstor zum Kanaal Almelo–De Haandrik erhalten wir 
vom Schleusenwärter sogar einen Willkommensgruß: 
eine Infobroschüre über die Province Overijssel (in deutsch!) 
und die entsprechende Flagge (zu sehen am Bug die linke).




Die folgenden 13 Klappbrücken werden von 
 4 verschiedenen Wärtern in Kolonnenbildung bedient, 
so kommen wir gut ohne große Wartezeiten voran – 
von der 30minütigen Mittagspause mal abgesehen.
Die Brücken sind 
teils schon 
modernisiert, 
aber auch ältere 
Modelle sind 
noch vertreten, 
handbetrieben 
sind sie aber 
nicht mehr.
Der Schleusenwärter überholt uns immer wieder
mit seinem „Flitzer“ und bedient die nächste Brücke.
  
Der Kanal ist zwar recht gerade, 
landschaftlich aber trotzdem sehr schön zu fahren.
Man fährt durch mehrere Dörfchen, meist sogar durch das Zentrum, so dass man sich auch schon mal 
bei Wartezeit ein Eis holen könnte, 
gut z.B. in Darlerveen, Festmacher sind überall vorhanden.
                                                            
Vom Verkehr her sieht man hier eigentlich nur noch Sportschifffahrt EIGENTLICH.
Bei der Brücke
Kloosterdijkbrug 
zwängt sich 
plötzlich ein 
dickes Berufsschiff durch die schmale Brückendurchfahrt,
 viel Platz kann er da nicht gehabt haben. 
Schade, dass wir nicht an erster Stelle in unserer Kolonne waren, 
wäre sicher ein schickes Bild geworden.

Übrigens haben wir ein neues „Haustier“ an Bord:
nachdem unsere Krabbe im letzten Jahr wohl unbemerkt über Bord zu ihren Artgenossen ins Watt gesprungen ist, 
haben wir nun ein Seepferdchen an Bord, 
es zeigt uns auf der Karte immer wo wir gerade sind.


Im Vorbeifahren kann man interessante Dinge beobachten: 

Herrenlose Fahrräder, die anscheinend einen Waschgang zu viel hatten, eingeweicht sind sie nun …


 

 
… „nett“ beschnittene Lebensbäumchen 
– jeder wir er mag …



… oder aber überdimensionale Figuren zu einem 50. Geburtstag, 
wie das nebenstehende Schild verrät.
  
                                                     
Bei der Loozenbrug melden wir uns für die folgenden beim Brückenwärter ab, denn wir bleiben heute im Yachthafen von Gramsbergen. Zunächst machen wir am Außenanleger fest, denn auf den ersten Blick scheint der Hafen voll zu sein, 
so viele Boote liegen schon hier außen. 
Beim Gang durch den Hafen sehen wir durchaus noch Lücken, die wir laut Hafenmeister auch belegen können, 
also wechseln wir noch in das eigentliche Hafenbecken hinein. 
Hier liegt man schön unter Bäumen und kann bei Bedarf auf dem Deich sitzen. 
Insgesamt haben wir 12,50 € bezahlt (1€/lfm + 1€ Strom), 
die Dusche ist inclusive und ohne Zeitbegrenzung. 
Es ist der günstigste Hafen in diesem Jahr. 
Für 1 Woche Liegedauer gäbe es einen Sonderpreis.
Auch der Supermarkt ist gut zu Fuß zu erreichen, somit gibt es morgens leckere Brötchen für uns
 geholt vom Chef persönlich…, während Chefin das Frühstück vorbereitet.
 
Tag 14: Donnerstag, 28. Juli 2016 - Von Gramsbergen bis Coevorden

Heute ist es bewölkt aber trocken, auch die Temperatur ist mit 20 Grad OK. 
Wir legen im Hafenbecken ab, um vor der nächsten Brücke auf die nächste Öffnung zu warten, 
unser Eindruck war gestern, dass es nicht allzu lange dauern dürfte. 
 
Die Wartezeit 
nutze ich, um für Ludger 2 alte Autos zu fotografieren: 
2 Opel Mantas stehen sichtbar am Kanal, das war mal ein Kultauto – für viele sicherlich noch heute. 
Beim Fotografieren kommt ein Mann auf mich zu, der sich als der Besitzer herausstellt. Er erzählt mir, das er schon in jungen Jahren mit seiner späteren Frau angefangen habe, die Fahrzeuge zu sammeln, 
irgendwann hatten sie 24 an der Zahl. Als sie die hier ansässige Brauerei Mammoriete übernahmen verkauften sie 10. 
 Die restlichen 14 haben sie noch heute, außen alle im Originalzustand, 
innen von der Technik her modernisiert, aber alle sind fahrtüchtig und angemeldet. 
Man merkt ihm an, er ist stolz auf seine Wagen, kann er auch sein. 
Der Hafenmeister hatte uns übrigens schon am Vorabend von der Brauerei erzählt 
und sie als Lokal empfohlen, auch die Speisekarte wäre gut. 
Beim nächsten Mal werden wir auf jeden Fall dort einkehren.

  
Wie vermutet kommt schon bald der Brückenwärter und wir können unsere Fahrt fortsetzen. In Coevorden fallen uns die überwiegend schön hergerichteten Gärten auf, die Besitzer machen sich gemütliche Sitzstellen zum Wasser hin, da möchte man anlegen.

Nach der Bentheimerbrug kommt eine scharfe Linkskurve (hier beginnt der Stieltijeskaanal) 
und nach der dann folgenden Het Vonder Brug 
geht es links in das Stadtzentrum, 
wo der Passantenhafen von Coevorden liegt. 
Dieser scheint ebenfalls erneuert zu sein. Die Stege laden zum Festmachen ein, auch hinter der Kurve kann man noch anlegen. 
Die hintere Klappbrücke hat laut Pegel eine Durchfahrtshöhe 
von 3,42 m. Wir entscheiden uns für den vorderen Steg. 
Das Sanitärgebäude ist codiert und sieht auch super aus, die Dusche ist sehr geräumig, ihr Preis ist in der Hafengebühr enthalten. 
Strom kostet bei Bedarf 50 ct/Einheit. WiFi ist ebenfalls kostenlos. 
Der Hafenmeister kommt übrigens abends beim Boot vorbei.

  
 Noch am Nachmittag machen wir einen Spaziergang durch den Ort. 
Gleich zu Anfang fällt uns das 400 Jahre alte ehemalige Arsenal von Coevorden auf, hier ist die Bibliothek und die Touristeninformation untergebracht, 
ein sehr schönes altes Gebäude mit roten Klappläden, 
Wir bekommen von dem netten Personal Informationen zu Coevorden und eine Tasche mit Prospekten 
über die Stadt und die Umgebung.




Nach einem Gang durch die Innenstadt, 
gehen wir über eine geschwungene Brücke rüber zum Kastel
es stammt aus dem 11. Jahrhundert und ist gerade neu renoviert worden
 

Ein Restaurant 
mit Kochstudio 
und großen Räumlichkeiten  
für Feiern finden sich 
hier ebenso wie 
z.B. Tagungs- und 
Konferenzräume.
 

Tag 15: Freitag, 29. Juli 2016 - Von Coevorden bis zum Veenpark

Für uns zur gewohnten Zeit verlassen wir um 10 Uhr bei bewölktem Himmel 
den Passantenhafen und starten zur nächsten Brückenetappe. 

Der Stieltjeskanal sieht mehr aus wie ein Fluss, 
die Ufer sind schön grün bewachsen. 
Bei genauerem Hinsehen sieht man jedoch 
die Spundwand knapp unter der Wasseroberfläche, 
man sollte also nicht zu sehr an den Rand fahren.

 










Die Eisenbahnbrücke vor der
 Stieltjeskanalschleuse steht meistens offen, 
so bewachsen wie die Schienen sind 
 wird sie wohl auch nicht mehr benötigt.
 

Bei Veenoord biegen wir ein in die Verlengde Hoogeveensche Vaart
 – ja die Niederländer haben tolle lange Namen für ihre Gewässer – 
ein großer Aufsteller weist hier schon auf die Veenfahrt hin, 
wir sind also auf dem richtigen Weg.




 



In der Ericaschleuse 
strömt das Wasser 
kräftig von vorne 
in die Kammer ein, 
es geht hier ~3 m 
für uns in die Höhe.


 





Kurz nach der Schleuse kann ich endlich mal 
ein nettes Bildchen von einer Windmühle machen, 
viele haben wir auf unserem Weg noch nicht gesehen, 
dabei sind wir hier doch im Mühlenland.




In Klaszienaveen biegen wir ein in den Oranjekanal, hier geht es direkt nach der unübersichtlichen Kurve vorbei an einem ca. 100 m langen Anleger, der meist voll ist mit Dauerliegern, ein Teil des Steges ist eigentlich für die folgende Schleuse gedacht, zum Glück ist sie für uns schon geöffnet. 
Schon nach 1,7 km geht es nun endlich in den 2013 neu eröffneten Abschnitt, den Erica–Ter Apel–Kanal. 
Empfangen werden wir gleich von einer 3,70 m hohen Brücke, wir wussten es aber vorher und haben unseren Geräteträger schon umgeklappt, der entstehende Spalt zur Persenning ist ausreichend für die Kamera und meinen Kopf.
Nach ihr kommt nochmals die gleiche Brücke, dann geht es auch schon in die Sparschleuse. Die hebt uns ~2 m in die Höhe, wobei das Wasser anfangs von hinten in die Kammer einströmt, dann jedoch mit heftigem Schub von vorne kommt – also gut festhalten.


 
Nach ihr fahren 
wir durch 
sehr schönes 
unberührt 
aussehendes 
Gelände, 
damit es auch 
so bleibt, 
ist ein Teil 
der Wasserfläche 
abgegrenzt 
mit Pflöcken.



Bei km 2,9 kommt die neu angelegte Doppelschleuse – die Koppelsluise:
hier sind 
2 Kammern 
direkt 
hintereinander 
gebaut, 
beide haben 
einen Hub 
von 2,5 m, 
es geht aber 
wieder runter 
mit uns. 
Immer mit 
dabei sind 
interessierte 
Personen 
jeden Alters, 
die an den Geländern 
stehen und zuschauen.
  

Kurz nach der Schleuse kommen wir an einem langen Anleger und dem einladend aussehenden Lokal De Groene Trambrug vorbei. 
Wie der Name schon verrät liegt es neben der Trambrug, 
hinter ihr geht es im 90 Grad-Winkel nach Backbord, 
auch hier sind noch einige Anleger. 
Beim nächsten Mal planen wir hier unseren Stopp ein.

An den Ufern sieht man hier immer wieder viele Angler, das ist ja nichts neues für uns, aber so lange Angeln wie hier haben wir noch nicht gesehen, 
sie reichen bis in die Gewässermitte 
– also immer schön die Augen offen halten.
  
  
 


Noch eine scharfe Rechtskurve, dann biegen wir schon bald 
in den eigentlichen Veenkanal ein, 
hier sieht man keine Zivilisation mehr
 – HERRLICH.   
                                         


Bei km 7 fahren wir unter der Maatschappijbrug her und 
sehen schon die ersten Anleger für das Veenparkmuseum. 





Nun noch durch die immer offenstehende Veenparkschleuse 
und der ebenfalls offenen Schmalspurbahnbrücke. 
In der letzten Kurve kommt uns das Ausflugsschiff ELISABETH 
von 1927 entgegen, es hat hier seinen festen Liegeplatz.
Wir bekommen den letzten Gastplatz hier im größten Freilichtmuseum der Niederlande, leider ohne Strom (es gibt nur 6 Anschlüsse, die sind schon belegt), dafür inmitten der Natur. 
Der Hafenmeister dreht abends seine Runde, 
bei ihm bekommen wir das Kombiticket für das Liegen und den Eintritt.


 
Sarah und ich widmen uns heute Abend dem Puzzle. Wie zu erwarten war, ist es schwierig ohne Vorlage den passenden Anfang zu finden. Wir kümmern uns erstmal um den Rand, ein kleiner Vorteil ist, dass es sich um Holzteile handelt, so kann man anhand der Maserung auf der Rückseite feststellen, wie sie verlaufen muss. Ansonsten haben wir noch wenig Ideen was es darstellen soll. Die Farben wirken unklar und teils pixelig. Am Ende des Abend steht der Rand und wir haben ein paar Tieraugen „finden“ können, ich vermute von einer Katze. Mit Hilfe eines Brettes verladen wir es ins Bootinnere, aber wohin damit? Der Platz ist nun mal begrenzt auf dem Boot. Ich räume den Küchentisch frei, der bei uns nur als Ablage dient, so kann dann die Decke wieder darauf und die Sachen auch teils wieder.


Tag 16: Samstag, 30. Juli 2016 - Veenpark

Schon beim Frühstück vorbereiten decke ich das Puzzle wieder auf 
und schaue nach weiteren passenden Teilchen, der Virus ist bei mir angekommen.
 
Beim Frühgang zu den Sanitäranlagen stelle ich fest, dass man sie von der Straße aus nicht erreicht. Sie liegen im hinteren Teil des Harmonium Museums, das wiederum im eingezäunten Veenparkgelände liegt. Der einzige Weg ist über die Eisenbahnbrücke, 
die aber noch geöffnet ist,
oder nach der Parköffnung zu Zeiten, wo die Moorbahn über die Brücke fährt (6-7 Mal am Tag). 
Aber was nützt es mir, wenn ich dann hin komme zum WC oder Dusche, 
dann aber auf dem Rückweg auf die nächste Bahn warten muss? 
Und nach der Parkschließung bleibt die Brücke offen, 
dann muss „alles“ erledigt sein. 

Die wenigen Liegeplätze, die unbegrenzten Sanitärzugang haben, 
sind diejenigen zwischen der Maatschapijbrücke  
und der Veenparkschleuse auf der Seite 
des großen silberfarbenen Gebäudes, dem Harmonium Museum. 

 Die Räumlichkeiten liegen an der Hinterseite, 
erkennbar an der roten Farbe.

WICHTIG:
Für die WC-Benutzung 
sollte man sich sein eigenes Papier mitbringen, 
denn das gibt es dort nicht!!!
  
Nun aber zum eigentlichen Veenparkmuseum:
Hier ist früher ein riesiges Torfabbaugebiet gewesen, was man heute noch leicht an der Vielzahl der kleinen Kanälchen und dem gelbbraunen Kanalwasser erkennt. Der Torf wurde in der Anfangszeit mit der Hand abgestochen, 
zum Trocknen ausgelegt und dann mit Schiffen zur Weiterverarbeitung abtransportiert.
Wir schauen uns in dem Eingangsgebäude zunächst die Ausstellung dazu an, diese ist sehr anschaulich, 
aber leider nur im zweiten Teil auch ins Deutsche übersetzt.
 

Danach fahren wir mit der Moorbahn 45 Minuten durch das ehemalige Abbaugebiet, unterwegs muss die Schmalspurbahn 
ein paar Mal anhalten, da es sich die hier grasenden Schafe 
auf den Schienen gemütlich gemacht haben.

Nach einiger Zeit hält der Zug an und wir wandern rüber zu einem authentischen Handtorfstich  (anschauliche Abbaustelle), 
wo die damaligen Arbeiten 
erklärt werden. 
Man versteht nicht viel, 
aber die Handlung macht den Vorgang deutlich. 

Auf dem Rückweg zur Bahn müssen wir wieder über 
die Maatschappijbrücke gehen – gestern sind wir drunter hergefahren – 
und sehen dabei Schiffe kommen. 
Sie sollten sich beeilen, denn die Regenwolken kommen schnell näher, 
was auch wir noch zu spüren bekommen.

 
Als nächstes nehmen wir den Dorfzug, um zunächst einmal 
um das wieder aufgebaute Dorf herum zu fahren.

 
Hier hat man die 
Häuser von 
damals wieder 
aufgebaut:
Wohnhäuser, 
Kirche, Schule, 
Bäckerei, 
Schmiede, 
Krämerladen,
Holzschuhmacher
Arbeiterwohnungen
Alle Häuser können besichtigt werden.

In der Bäckerei wird heute noch Brot und Kuchen gebacken, 
welches zum Verkauf angeboten wird. 
Die Rosinenbrötchen (6 Stück für 1,50 €) schmecken vorzüglich.

Im Kramersladen kann man sein Geld für Süßigkeiten ausgeben.

Auf dem Schulhof stehen Spielgeräte von damals zum Ausprobieren bereit, 
Ludger und Sarah probieren es mit den Stelzen, mit Erfolg.

In der Kirche kann man heutzutage auch wieder heiraten.
 
In allen Häusern gibt es in jedem Raum große Schranktüren, 
hinter denen sich die damals typischen sehr kurzen Schrankbetten verbargen, 
hier wurde mehr im Sitzen als im Liegen geschlafen. Einige Häuser haben zusätzlich ein normales Schlafzimmer.
 
In einem der Wohnräume fällt uns ein Vogel auf, der immer hin und her fliegt, schnell wissen wir auch warum:
Auf einer der Lampen hat ist ein Nest gebaut, indem 2 Vogelküken immer die Schnäbel aufreißen, wenn sie etwas hören oder das Licht angeht – auch wenn es sich um das Kameralicht handelt. 
Wir sehen zu, dass wir nach der Aufnahme fix wieder rauskommen, 
denn draußen wartet schon wieder ein Elternteil und traut sich nicht zu seinen Kleinen.

 
Beim weiteren 
Rundgang sehen 
wir immer 
wieder das 
Torfschiff  
ELISABETH auf 
ihrem Törn durch 
den Park, sie hat 
2 Anlegestellen 
im Abstand von 
ca. 1000 m. 
Da wir die Strecke eh morgen fahren werden, schenken wir uns diese Fahrt.

Zum Abschluss besuchen wir noch das Harmonium Museum, 
eine konkrete Vorstellung was uns hier erwartet, haben wir nicht, 
doch das wird uns sofort klar, als wir es betreten.
LOGISCH – es steht voll mit alten Harmonien – 
hätte man auch draufkommen können. 
Sicherlich 100 an der Zahl, teils noch aus dem 19 Jahrhundert. 
Ein Mitarbeiter des Museums ist wohl ein Urgestein auf diesem Gebiet, er spielt mal hier was, zeigt dort mal was und hat richtig Spaß daran, einem die Kniffe einiger Geräte zu zeigen, verstehen muss man ihn dafür nicht. Eines der Geräte sieht aus wie ein normaler alter Schreibtisch mit kleinem Aufbau, 
nach 2 Handgriffen wandelt es sich ebenfalls zu einem Harmonium 
– herrlich, Ablenkung für die Mittagspause war hier garantiert.

 

Den Abend lassen wir an Bord ausklingen, 
Ludger kümmert sich um seinen Sudoku-Block, 
Sarah und ich widmen uns wieder dem Puzzle
Aus den Augen wird tatsächlich eine Katze, 
der Rest ist noch ungewiss, 
aber ich vermute ein weiteres Augenpaar 
unter den sehr dunkel gehaltenen Puzzleteilen. 
Wir werden sehen…



Tag 17: Sonntag, 31. Juli 2016 - Vom Veenpark bis Ter Apel

 

Heute verlassen wir den Veenpark und fahren über den 
Erica–Ter Apel–Kanal weiter nach Norden, 
passieren 14 bewegliche Brücken und 4 Schleusen. 
In den ersten beiden Schleusen will der Motor nicht spontan 
wieder anspringen, erst nach mehrmaligen Versuchen bleibt er 
am Laufen. Ludger schiebt es auf die ungewohnt 
sehr langsame Fahrweise (6 km/h), die hier vorgeschrieben ist.



Noch in der Compascumersluis liegend 
können wir schon auf die Viertorenbrug schauen.

Es ist eine Hubbrücke, 
die nur bis auf 3,50 m Höhe öffnen kann, 
also müssen Sarah und ich den Geräteträger mal wieder nach hinten klappen, 
damit wir darunter her passen – so gerade eben.

 
  
 

In der Jansenverlaat (Verlaat = Schleuse) sind wir auf die gewellten Wände schon vorbereitet, die Fender haben wir dafür quer angebracht.
Doch lernt man hier auch eine neue Art von Pollern kennen:
Mädn-wdLa-Poller
Die kennt ihr nicht? Dann schaut mal genau hin!
Die sind so klein und nur mit kleinem Köpfchen ausgerüstet, dass die Leine dort gerne abflutscht, zumal das Boot sehr hoch steht, wenn die Kammer gefüllt ist, die Fender liegen dann direkt auf der Wasseroberfläche. 
Aber nun zur Auflösung des einzigartigen Pollernamens:

Mensch-ärgere-dich-nicht - wenn-die-Leine-abflutscht - Poller

  Auf der Weiterfahrt sieht man immer mal wieder Boote liegen, 
die an der Böschung festgemacht haben, 
doch dieses Anlegemanöver scheint nicht so geklappt zu haben…

Im Kolonnenbetrieb geht es weiter von einer Brückenöffnung zur nächsten, zwischendurch heißt es immer mal wieder dümpeln und mit dem Wind kämpfen, 
wenn es etwas länger dauert mit der Öffnung.





In der 8e- und 7e-Verlaat kurz vor Ter Apel 
wird die Pollergröße nochmals minimiert, 
zum Glück gibt es weiter zurück auch etwas größere, 
die jedoch nicht immer für den passenden Zug sorgen.







Zwischen den beiden Schleusen sind nochmals 2 Brücken, 
 die für uns geöffnet werden müssen.




Dann erreichen wir den nördlichsten Punkt unserer Fahrt auf niederländischem Gebiet, den Yachthafen De Runde in Ter Apel. 
Hier müssen wir leider an dem Außensteg festmachen, 
denn die Einfahrtsbrücke zum Hafenbecken hat nur eine Durchfahrtshöhe von 2,90 m und kann nicht geöffnet werden.
Am Außensteg ist aber auch Wasser und Strom vorhanden, 
ebenso eine Fäkalienabsauganlage, also alles vorhanden. 
Gratis dazu gibt es ein Gefälle, das im hinteren Bereich noch zunimmt, dieses wird mir abends beim Duschgang zum Verhängnis: 
ich rutsche aus und liege auf dem Steg – Grrrrrrrr
Kostenmäßig liegt der Hafen bei 0,75 €/lfm, die Sanitäranlagen sind geräumig und das Duschvergnügen liegt bei 50 ct/5 Minuten.

Tag 18: Montag, 1. August 2016 - Von Ter Apel bis Haren/Ems

Bei Nieselregen verlassen wir Ter Apel, um nach 2 Wochen Niederlande heute wieder nach Deutschland rüber zu fahren. 
Dafür müssen wir nochmals durch die 7e-Verlaat, es sollte eine „Genuss-Schleusung“ für alle 5 Boote werden…
Wir hatten alle die Poller belegt, der Schleusenmeister seine Notizen gemacht 
(er muss hier wissen, wohin man gleich will: 
durch die Hubbrücke in den Haren-Rütenbrock-Kanal nach Deutschland 
oder weiter auf dem Ter Apel-Kanal bleibend).
Inzwischen war aus dem Nieselregen ein Dauer-Starkregen geworden, 
Ludger hatte mir schon die Regenjacke an den Bug gebracht.
Nach einiger Zeit wurde endlich der Schleusenvorgang vom Wärter eingeleitet, er bemerkte aber nicht, dass das hintere Tor noch gar nicht ganz geschlossen war (dafür ist hier noch Handbedienung gefragt). Auf mehrmaliges Zurufen von uns kam er doch nochmal mit seinem Regenschirm aus dem kleinen Häuschen raus um zu klären was los sei.
Aus dem Dauer-Starkregen war inzwischen ein Gewitter geworden, 
Ludger und Sarah sind ja geschützt unter der Persenning, 
aber ich ...
Also kümmerte er sich nochmals um das Schleusentor bis es endlich ganz zu war, nun konnte das hereinfließende Wasser auch in der Kammer verbleiben, doch stieg der Wasserspiegel so dermaaaaßen laaaangsam, dass man es kaum bemerkte. Da konnten 1,50 m Hubunterschied echt viel sein!
Es war immer noch am Gewittern, ich zählt immer die Sekunden von Blitz bis zum Donnern, das liegt konstant bei 5, also ca. 1500 m entfernt, hoffentlich bleibt es so!!!
Als der Wasserstand erreicht ist, dauert es wiederrum eine Ewigkeit, 
bis der Herr aus seinem Häuschen wieder herauskommt,
  um das vordere Tor per Hand zu öffnen, ich glaub er wartete das Gewitter ab.
Der gesamte Vorgang dauerte ganze 45 ! Minuten!!!! Unfassbar!!!
Ludger konnte sich derweil mit einem polnischen Pärchen austauschen:
Sie hatten ihr Schiff vor ein paar Tagen erst hier in NL gekauft und waren nun auf der Überführungsfahrt. Sie hatten aber die polnische Flagge zu Hause liegen gelassen, also kauften sie sich eine niederländische und schnitten kurzerhand den blauen Part ab, so hatten sie nun ihre rot-weiße Flagge, allerdings in einem recht ungewöhnlichen Format.

Gemeinsam mit den anderen Schiffen bogen auch wir ab in den 
Haren-Rütenbrock-Kanal, gleich zu Anfgang liegt eine Hubbrücke, 
die zum Glück auf 4,50 m öffnet, so müssen wir nichts umlegen, 
sondern ich kann meine völlig durchnässten Sachen wechseln.
Die vor uns fahrenden Boote wollten gleich dahinter anlegen, hier kann man billig tanken bzw. Kaffee- oder Tee einkaufen, sorgten aber in dem engen Gewässer für einen Stau, zurückbleiben konnte man aber auch nicht, denn die Hubbrücke kam ja wieder herrunter, also war jonglieren in engen Gewässern gefragt.
Bei der Weiterfahrt sind nochmals 4 kleine Schleusen und 
10 bewegliche Brücken zu passieren, ehe man die deutsche Stadt Haren/Ems erreicht.

Hier liegt bei km 0,9 auf der Nordseite ein schöner langer Anleger, 
günstigerweise direkt neben dem Aldi. 
Wer also seine Vorräte auffüllen muss 
oder seine angesammelten Pfandflaschen loswerden möchte, 
sollte hier kurz fest machen, 
um dann mit der nächsten Kolonne weiter zu fahren.




Am Ende des Kanals fährt man vorbei an den hier liegenden Museumsschiffen, sie gehören zum Schifffahrtsmuseum von Haren, und können teils auch von innen besichtigt werden.

Bei der letzten Schleuse bezahlt man die Gebühr in Höhe
von 5 € für die Kanalbenutzung und trifft dann direkt auf den
Dortmund-Ems-Kanal bei km 178,2.
Wir drehen ab nach Steuerbord(rechts), um schon nach 400 m in den Yachthafen Emspark Haren einzulaufen.
Diesen Hafen kennen wir schon aus den vergangenen Jahren und steuern ihn immer wieder gerne an.
Freie Liegeplätze gibt es genug in diesem Jahr, wir haben die freie Auswahl. Nach der Meldung beim Hafenmeister gehen wir mit den reichlich gesammelten Pfandflaschen zu dem oben schon erwähnten Aldi - man kann ihn also auch zu Fuß erreichen. Hier werden ein letztes Mal unsere frischen Vorräte aufgefüllt und Grillfleisch für den nächsten Tag besorgt, denn das Wetter soll gut bleiben - hoffen wir das Beste!
Für heute benötigen wir nichts, denn wir lassen uns mal verwöhnen, es geht in das Steakhaus am Dom,
dieses hat zum Glück auch Montags geöffnet. Das Essen und auch der Absacker dort waren sehr lecker.

Tag 19: Dienstag, 2. August 2016 - Von Haren/Ems bis Lathen

Heute können wir es gemütlich angehen lassen, denn wir haben nur eine kurze Etappe vor uns:
1 Schleusung und 12 km sind es bis zum Wassersportclub Lathen.
Vor dem Anlegemanöver habe ich derben Respekt, bin ich doch im letzten Jahr bei Regen auf den arg wackeligen Stegen ausgerutscht. Doch in diesem Jahr geht alles gut, denn ich übe mich vermehrt darin, die Leine nach Möglichkeit mit dem Bootshaken um die Klampen zu legen - so entfällt das Springen - man ist ja keine 20 mehr ...
Wir erkunden ein wenig die Gegend und stellen dabei fest, es sind nur 500 m bis zum Zentrum des nebenan liegenden Campingplatzes. Bei dem Kiosk kann man sich die Brötchen für den nächsten Tag vorbestellen und das
Restaurant Lathener Marsch sieht auch sehr einladend aus. Es beinhaltet ebenfalls ein Hotel mit Tagungsräumen, somit ließe sich auch hier gut Besuch unterbringen, wenn es auf dem Boot zu eng werden sollte.
Wir machen es uns spärlich gemütlich auf dem Deich mit Blick auf den Kanal
und legen unser Grillfleisch auf die "luxuriösen" Einweggrills,
dazu gibt es Salat und ein kühles Bierchen - LECKER

Anschließend kümmern Sarah und ich uns nochmals um das Puzzle, ich möchte es gerne noch im Urlaub fertig bekommen und
endlich wissen, was genau abgebildet ist.
Und tatsächlich, wir schaffen es heute:
aus dem gedachten Hochformat wird doch ein Querformat
und es handelt sich um spielende Katz und Hund in der Scheune.



Tag 20 + 21: Mittwoch, 3. August 2016 und Donnerstag, 4. August 2016
- Von Lathen bis ...

Auch an den
 nächsten beiden Tagen
ist die Strecke
längenmäßig
überschaubar,
doch verliert sich nun
der Streckenverlauf
im diesigen Wetter,
weshalb unsere
Navigationsbeleuchtung mal
wieder zum Einsatz kommt.




Wo ging es überhaupt nochmal hin?
Nach Norden, Osten, Süden oder gar in den Westen?

Ich will es noch nicht verraten,
aber es wurde nochmals ganz schön eng.




Resümee:

> > > es war eine sehr schöne Tour < < <

522 km - 61 Betriebsstunden - 30 Schleusen - 54 bewegliche Brücken
der Rhein war an beiden Tagen sehr angenehm zu fahren, die Wellen können aber tückisch werden
Ankern - auch über Nacht - ist HERRLICH
das Wetter war dieses Jahr meistens auf unserer Seite, besondern in der Badeseephase
sehr viele Bootsfahrer halten sich leider nicht an die Regel "Sog- und Wellenschlag vermeiden",
was immer wieder zu derben und unnötigen Bewegungen im Schiff führt
WIR SIND DOCH NICHT AUF DER FLUCHT

Wie schon so oft werden wir wohl aus beruflichen Gründen
erst Anfang Oktober unser Schiff dort oben wieder abholen können ...

Manchmal kommen Dinge doch anders:
Schon im September können wir bereits einen Tag "frei schaufeln" und beginnen mit der Rückholung:
Zunächst starten wir daheim mit 2 Wagen, einen bringen wir zu unserem nächsten Etappenhafen,
dann geht es mit dem anderen weiter zum Boot. Ja, wo steht das denn nun eigentlich? Und warum?
Es war die letzten Wochen am Elisbethfehnkanal, dort hat es ein Tuning bekommen.

Zu der Hinfahrt am Urlaubsende sei aber erstmal noch folgendes nachzugetragen:

Den Dortmund-Ems-Kanal verlassen wir bei km 202 und
biegen bei diesigem Wetter in den Küstenkanal ein,
beim Abzweig gibt es übrigens schöne neue Schilder.
Einen letzten Zwischenstopp machen wir im Yachtclub Surwold,
hier kostet der laufende Bootsmeter
1 € INCLUSIVE Strom, Wasser und Dusche!
Am nächsten Tag lassen wir es langsam angehen,
es sind nur ca. 30 km zu fahren.




Beim Abzweig des Elisabethfehnkanals aus dem Küstenkanal muss man durch eine
enge Straßenbrücke mit nur einer Durchfahrtshöhe von 4,00 m,
also legten Sarah und ich ein letztes Mal den Geräteträger.





Danach sind wir auf dem kleinen idyllischen Gewässer unterwegs.


An der ersten Fußgängerbrücke hängt ein Banner
> Rettet den Elisabethfehnkanal <
es wäre echt schade, wenn er dicht gemacht würde.


Schon nach 2 km machen wir beim BSC Kamperfehn fest,
denn die beiden folgenden Klappbrücken werden in Richtung Norden nur morgens um 8 Uhr geöffnet,
so können die Fahrzeuge von Süd nach Nord die insgesamt 7 Klappbrücken und 4 Schleusen passieren,
wenn die durch sind startet um 12 Uhr die Tour von Nord nach Süd.
Für uns ist diese Zeitregelung schade, denn nur 1 km weiter liegt unser Endziel:
die Werft Jachtservice Siemer.

Als wir festgemacht haben und uns die Umgebung anschauen, sehen wir den Brückenwärter kommen, Ludger spricht mit ihm und siehe da, nachdem alle Boote durch sind, lässt er uns durch die erste fahren und öffnet für uns auch noch die zweite. GENIAL! Mit einem leckeren Tropfen bedanken wir uns bei ihm und können kurz darauf an dem Kranplatz der Werft festmachen. Unser Auto steht schon seit 3 Wochen hier und hat auf diesen Tag gewartet. Fix die Sachen packen und ab nach Hause - einen Tag eher als geplant.


Gleich Montags wird das Schiff aus seinem Element gehoben und die Werftmitarbeiter nehmen sich seiner an.
Die Hauptarbeit, die wir in Auftrag gegeben haben, ist, dass sie die geklebte Folie auf dem Vordeck abziehen, diese war schadhaft geworden und somit unterwandert von hässlichen Feuchtigkeitesflecken.
Die darunterliegende Lackschicht ist zum Glück in Ordnung, so dass kein Rost vorhanden war! Damit es optisch besser aussieht und auch angenehmer zum Sitzen bzw. Liegen ist, verkleben sie hier das sogenannte Flexiteek (kurz: sieht aus wie Teakholz, ist aber ein synthetischer Decksbelag und somit
super pflegeleicht = weniger polieren/waxen >> GANZ WICHTIG!).
Ebenso verfahren sie mit der Badeplattform, diese hatte einen hartnäckigen, inzwischen schadhaften und angerosteten Anstrich.
Zusätzlich ersetzten sie die 3 kleinen Deckenlüfter durch solarbetriebene, die wir im Vorfeld schon gekauft hatten.
Von ihnen versprechen wir uns eine bessere Bootsbelüftung, wenn wir tage- oder wochenlang nicht an Bord sind.

Mit dem Gesamtergebnis sind wir VOLL zufrieden:

Vorher > Nachher

Durch Verlagern der kleinen Bootshakenhalter für Besen und Schleusenhaken von der Seite nach quer vor die Fensterfront kommt man nun von beiden Seiten
an die Hilfsmittel
und die Vordeckfläche
wirkt viiiiiiiiiel größer.





Und beim Anlegeschluck sitzen wir nun auch viel gemütlicher.





Mit so einer schönen BetteLu geht es nun etappenweise weiter Richtung Heimathafen ...

Schade, dass der Sommer schon hinter uns liegt, doch der nächste kommt bestimmt ...

Dem Küstenkanal folgen wir 40 km bis er in den
Dortmund-Ems-Kanal mündet. Hier biegen wir ab Richtung Süden/Münster und befinden uns in Bergfahrt -
wie auf dem Foto zu erkennen ist ;-)

Bei der Schleuse Düthe müssen wir eine Weile warten,
hier ist zur Zeit nur eine Kammer in Betrieb.
Aus unserer Warteposition heraus können wir gut die
ausfahrenden Schiffe beoabachten, die beiden Berufsschiffer EXTASE und FAMPE
waren gemeinsam mit 2 Sportbooten geschleust worden.
Dem Funkverkehr entnehmen wir, dass im Oberwasser weitere
6 Sportboote auf ihr Schleusung warten. Da es hier nur einen Minianleger direkt vor der Schleuse gibt
müssen sie die Wartezeit mit dümpeln verbringen.

Auch sehen wir, dass es hier direkt an der Schleuse ein Lokal gibt:
die Gaststätte "Düther Schleuse" liegt direkt an der Westseite,
sie würde sich sicherlich ebenfalls größere Wartestege wünschen,
dann könnte man während einer Pause dort einkehren.
Zu unserer Freude sehen wir,
dass das hier ausgeschenkte Bier aus unserem Wohnort kommt
- Heimat ist irgendwie überall ...

Im Emspark Haren lassen wir das Boot für eine Woche liegen, 
um es dann mit einer reinen Männermannschaft nach Hanekenfähr Lingen zu fahren. Das sind zwar nur knapp 40 km Wegstrecke, aber durch die An- und Abfahrt ein langes Tagesprogramm für das Herrenteam.
 
Eine Woche später haben wir zum Glück 2 Tage für die Rückholung. 
Mittags erreichen wir Lingen und stellen fest, der Liegeplatz ist nicht ideal für die Herbstmonate. Die Blätter bedecken das gesamte Schiff und lassen uns erstmal den Besen schwingen. Das Flexiteek ist durch diesen Naturbelag total fleckig geworden, was uns einen großen Schrecken einjagt: 
sollte der neue Belag schon vergammelt sein??? 
Aber nein, ruckzuck ist er nach dem Abfegen trocken und wieder sauber.
Nun noch fix Wasser bunkern und los geht's. 
Die kommenden Schleusen können wir gemeinsam mit dem Tanker CATHY nehmen. Es ist zwar eine geduldige Warterei für uns, doch auch schön anzusehen, wie das 9,60 m breite Schiff sich in die 10 m breite Schleusenkammer vortastet.

 

Nach der vierten Schleuse lassen wir ihn ziehen und machen für die Nacht in der alten Schleusenkammer Altenrheine fest.
Zu Fuß machen wir uns hier auf den Weg zu dem "Alten Gasthaus Rielmann", es ist nur ca 200 m von der Schleuse entfernt. 
Da drinnen alle Tische belegt sind, setzen wir uns zunächst au
die überdachte Terrasse und kuscheln uns in die bereit gelegten Decken. Schon bald können wir jedoch an einen Tisch
im Warmen wechseln, was sehr angenehm ist,  
schließich ist schon Oktober und somit kühle Temperaturen. 
Das Lokal können wir sehr empfehlen, 
werden aber beim nächsten Mal einen Tisch vorbestellen.
Am Sonntag steht die letzte Etappe an: unser Heimathafen Fuestrup ist das Tagesziel.
Nach 2 Schleusen und 38 km erreichen wir ihn am Nachmittag bei bewölktem Himmel
Nun ist das Schiff endlich wieder da wo es hingehört!
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Eine Woche später starten wir als Saisonabschluß zu unserer Herbsttour, 
in diesem Jahr mal wieder als Zweierteam, die Tochter hat Termine.
Es geht wie schon vor 2 Jahren Richtung Süden nach Hamm.

In Münster ist
die neue Brücke
Schillerstraße 
schon positioniert,
aber noch
im Bau. 
Leider haben
sich die ersten
Grafittikünstler  
schon auf ihren
Stützen verewigt ...




Auf der Hiltruper Strecke 
nutzen wir ein "Elefantenrennen" für uns
um hinter der VAR an SID vorbeizuziehen.

Bald darauf biegen wir ab in die AlteFahrt
zum YC KranenCamp Senden.
Das Hafenbecken bleibt uns zwar aufgrund einer zu kleinen Brückendurchfahrt verwehrt, doch gibt es hier auch Außenanleger, die jedoch einer Überholung bedürfen, sie sind sehr wackelig und auch die Klampenbefestigung hat schon bessere Zeiten gesehen. Stabillität ist hier gefragt, denn die vorbeifahrende Berufsschifffahrt erzeugt eine sehr starke Strömung hier.





Am nächsten Tag geht es bei sonnigem Wetter weiter südwärts. Bei km 42 kommen wir an der großen Kanalbaustelle vorbei, es scheint hier eine Liegestelle zu entstehen, sogar mit Toilette, denn die ist schon da ...

 
Bei km 23 befindet sich die Lippe-Überquerun, hier ist nun der westliche Trog frei gegeben und der östliche gesperrt. Es wird wohl die längste Zeit gedauert haben, bis man hier uneingeschränkt fahren kann.


 Schon früh erreichen wir unsere Lieblingsstelle im YC Hebewerk Henrichenburg. 







  
   


 

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